Was mich antreibt
"Das könnte ich nicht" ... Diesen Satz höre ich fast jedes Mal, wenn ich sage, dass ich mir sehr gut vorstellen kann, auch Trauerfeiern zu begleiten. Es geht mir aber um viel mehr: ich möchte an eurer Seite sein, euch meine Unterstützung anbieten und mit euch über eure Erinnerungen sprechen. Ich gebe euch Zeit und einen geschützten Raum für eure Gefühle.
Lasst uns zusammen traurig sein.
Ich werde nicht ungeschehen machen können, was passiert ist. Ich werde euren Schmerz nicht lindern können. Aber ich stehe euch bei, höre zu und nehme mehr als nur Anteil. Ich möchte die Person kennenlernen, die ihr verloren habt, euch ermutigen in all der Trauer an das zu denken, was euch verbindet und was euch immer in euren Erinnerungen bleiben wird.
Auch wenn es naiv klingen mag und ihr, wenn ihr diese Zeilen nach eurem Verlust lest, alles andere als Dankbarkeit empfindet, möchte ich mit euch zusammen auf das gemeinsam Erlebte zurückblicken. Während der Trauerfeier Lieder einspielen, die euch verbunden haben und euren lieben Menschen noch einmal in den Mittelpunkt stellen.
Eine Trauerfeier ist die letzte Einladung, die in unserem Namen ausgesprochen wird. Dann soll sie doch auch widerspiegeln, wer wir waren. Wie wir waren. Ich stelle mir das zumindest für meine Trauerfeier vor. Ich bin überzeugt, dass Trauerfeiern auch "schön" sein können. Zumindest in dem Maße, in dem es eure Trauer zulässt.
Ich möchte etwas zurückgeben.
Meine Motivation ist es, euch zu begleiten. Für euch da zu sein und für euch eine Feier zu gestalten, an die ihr gern zurückdenkt. Genau das ist es, was mich antreibt!
Trauer ist individuell
Erst kürzlich habe ich den abgebildeten Strauß gekauft. Für das Grab einer Person, die ich nie kennenlernen durfte. Von der ich erfahren habe und gleichzeitig lernen musste, dass ich sie nie persönlich treffen werden. Ein Jahr nach ihrem Ableben kaufe ich nun diesen Strauß - für ihr Grab. Als ich den Blumenladen verlasse, laufen mir die Tränen herunter.