Trauer ist individuell
Erst kürzlich habe ich den abgebildeten Strauß gekauft. Für das Grab einer Person, die ich nie kennenlernen durfte. Von der ich erfahren habe und gleichzeitig lernen musste, dass ich sie nie persönlich treffen werden. Ein Jahr nach ihrem Ableben kaufe ich nun diesen Strauß - für ihr Grab.
Als ich den Blumenladen verlasse, laufen mir die Tränen herunter.
Jeder trauert anders.
Diesen Satz haben wir sicher alle schon einmal gehört. Und ich finde, wir sollten ihn nicht nur sagen, sondern auch leben. Gleichzeitig jedem den Raum geben, den er braucht, mit dem Erlebten umzugehen. Denn jeder hat seine ganz eigene Geschichte.
Ich kann an dieser Stelle nicht benennen, was ich genau vermisse. Aber ich finde es unglaublich schade und empfinde es als eine Art Trauer, vieles nicht erlebt zu haben. Diese kleine Person nicht aufwachsen zu sehen, zu verpassen, wie sie mit unseren Kindern zusammen ins Leben startet, fehlt mir. Obwohl ich gar nicht weiß, wie es gewesen wäre.
Ich möchte Raum geben.
Ich möchte begleiten, zuhören. Euch Raum geben für die Trauer, mir Zeit nehmen für eure Gedanken. Die alle richtig sind - es gibt kein falsch. Es gibt keine Bewertung. Nur tiefes Mitgefühl und, dass hoffe ich sehr, einen sicheren Ort, an dem ihr das fühlen dürft, was ihr empfindet.
All das nehme ich mit auf, neben all den Informationen über die Person, die ihr verloren habt, um eure besondere Verbindung darzustellen. Denn darum geht es doch im Leben, oder? Um die Verbindung, die wir miteinander haben. Die nicht abreist, auch wenn einer oder eine von uns woanders ist!
Was mich antreibt
"Das könnte ich nicht" ... Diesen Satz höre ich fast jedes Mal, wenn ich sage, dass ich mir sehr gut vorstellen kann, auch Trauerfeiern zu begleiten. Es geht mir aber um viel mehr: ich möchte an eurer Seite sein, euch meine Unterstützung anbieten und mit euch über eure Erinnerungen sprechen. Ich gebe euch Zeit und einen geschützten Raum für eure Gefühle.